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Bericht vom ‚Probeaufstand‘ in Magdeburg

12. Mai 2013

Am 10.5. war TT Pankow eingeladen, Transition am Schauspielhaus in Magdeburg vorzustellen.  An so einem kreativen Ort war das die Gelegenheit, einmal andere Methoden auszuprobieren, als Filme zeigen, Diskutieren oder Vorträge halten. Und so haben sich Maike und Alexa (vom Schauspielhaus) überlegt, ’storytelling‘-Formate zu nutzen. Nach einer kurzen Einführung sollten die Besucher in Kurzworkshops kurze Geschichten darstellen, wie eine positive Zukunft mit weniger Öl aussehen könnte, wenn der Wandel geschafft ist. Es gab eine Talkrunde, eine Stadtführung, eine Zeitreise und einen Sketch über einen Morgen im Leben von ‚Bruno‘ und seinen vier Kindern in Magdeburg in etwa 50 Jahren.

Die Stadtführung

Die Stadtführung

Die Talkrunde

Die Talkrunde

Die Leute vom Schauspielhaus hatten die Workshops super vorbereitet und es sind in der kurzen Zeit wirklich gute Ergebnisse herausgekommen, die allen viel Spass gemacht haben. Darin kamen viele Fahrräder vor, Selbstversorgung und Wildkräuter, Grün und Bewegung im Freien. Eine realistische Vorstellung, eine positive Vision, wie wir unser eigenes Leben in der Zukunft gestalten wollen, war dies aber eher nicht. Es wurde wieder einmal deutlich wie schwer es ist, die komplexe ‚Transition‘-Idee im Format eines Initialvortrags von 10 -20 Minuten zu erklären. Und auch 45 Minuten workshop können wohl nur ein kleiner Anfang sein, sich darüber Gedanken zu machen wie eine gute Zukunft mit weniger Energie- und Ressourcenverbrauch konkret aussehen könnte. Welche Bedürfnisse haben wir denn wirklich? Wie könnten diese einfach und lokal, und möglichst ohne Öl erfüllt werden? Ist ein Leben mit dreckigen Fingern vom Gärtnern, Salat von Löwenzahn und Gänseblümchen, Radfahren und lokalem Urlaub auf dem Land wirklich unser persönliches Ideal? Für einige sicher, aber sicher nicht für alle.

In der Diskussion kamen deshalb viele wichtige Fragen auf. Ist ‚Transition‘ unpolitisch? Wie geht man mit den akuten Problemen um, z.B. Verdrängung und Gentrifizierung, Rechts-Extremismus in der Ökolandwirtschaft, Saatgut-Monopole, globale Wirtschaftsabhängigkeiten und internationale Interessen-Lobbies…? Muss ‚Transition‘ nicht ein Nischenphänomen bleiben? Was passiert, wenn man wirklich an den Punkt kommt, Machtgefüge in Frage zu stellen und eine lokale Wirtschaft aufzubauen? Wird es da nicht Widerstand geben von denen, deren Interessen wir damit untergraben? Was ist, wenn unsere verschiedenen Visionen eines guten Lebens nicht vereinbar sind? Müssen wir nicht wenigstens einen kleinsten gemeinsamen Nenner haben, um gemeinsam zu handeln? Die Antwort darauf scheint unbefriedigend vage: es gibt in ‚Transition‘ keine Rezepte, keine fertigen Antworten. Nur ein großes und spannendes soziales Experiment.

Das Transition-Konzept bietet eine Methode, an Probleme heranzugehen (Hand, Herz UND Verstand), und eine Leitidee, um zu entscheiden, welche Ansätze zukunftsfähig sein könnten. Immer wieder müssen wir uns fragen: macht es uns unabhängiger von Öl? macht es uns resilienter als Individuum und als Gemeinschaft? funktioniert es auf Dauer? ist es auch dann noch gut, wenn alle so handeln? macht es uns Spass, es auszuprobieren? Zumindest die letzte Frage konnten wir für den Abend eindeutig mit ‚ja‘ beantworten.

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