Skip to content

Europäische Woche der Abfallvermeidung 2016 – Auftakt in Berlin am 22.11.16

23. November 2016

Gestern begann mit etwa 150 Besuchern die 7. ‚Europäische Woche der Abfallvermeidung‘. Diese Aktionswoche gibt es schon seit 20 Jahren.

Zuerst wurde allgemein das Thema Abfallvermeidung durch Kreislaufwirtschaft erklärt und einige Daten vorgestellt. Es wurde über die Abfallrahmenrichtlinie ARRL und über das Kreislaufwirtschaftsgesetz gesprochen. Interessant waren auch die UFOPLAN Projekte des Umweltbundesamtes und des Bundesamtes für Naturschutz, sowie diejenigen am Wuppertal Institut. Außerdem wurde der Leitfaden zur Erstellung kommunaler Abfallvermeidungskonzepte vorgestellt. Mithilfe von Life-Cycle-Assessment (Lebenszyklus-Analyse, kurz LCA) sollen Abfälle vorhergesagt und Abfallvermeidung gemessen werden.

  • – In Europa gibt es die Öko-Design-Richtlinie, die aber in die Kritik geraten ist. Zum einen war da z.B. das Glühbirnenverbot, das vielen nach Brüsseler Regulierungswahn roch, zum anderen sind die Anforderung oft zu lasch, so dass sich sogar Herstelle wie Dyson darüber beschweren, dass man Staubsauger doch effizienter herstellen könnt.
  • – Sorgen bereitet vor allem der zunehmende Verpackungsmüll: in Deutschland ist die Menge auf 18 Mio. t pro Jahr angestiegen. Ein Grund dafür sind die viel kritisierten Koffee-to-go Becher und Kaffee-Kapseln. Und auch bei den bequemen Pizzaverpackungen ist der Müllberg von 2000 bis 2012 um 117% gestiegen. Die einleuchtende Lösung: wir müssen mehr Mehrwegverpackungen nutzen oder kompostierbare Behälter wie die HeldeN!Box, die vorgestellt wurde und immerhin nicht aus Plastik ist.
  • – auch Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiger Punkt, denn in Deutschland werden jährlich etwa 11 Mio. t Essen weggeworfen. TT Pankow ist deswegen seit 2015 sehr erfolgreich bei Foodsharing aktiv und kann diese Plattform zum fairteilen übriger Lebensmittel nur empfehlen. Es ist wirklich ganz einfach! Das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Würtemberg (www.ernährung-bw.de), hat das wohl verstanden und möchte mithilfe von Seminaren und Workshops die Wertschätzung von Lebensmitteln vermitteln. Außerdem prästentierte das Ministerium eine KüfA (Küche für Alle)-ähnliche Veranstaltung: Gutes Essen – Erntedank.
  • – in Deutschland besitzen ca 54 Mio. Menschen ein Smartphone. Deshalb liegt es nahe durch mehr Modularität und Reparaturfähigkeit wertvolle Ressourcen zu schonen. Ein Recycling ist bisher leider nur für Mikrobruchteile der im Smartphone enthaltenen Ressourcen möglich. Das Handy länger zu nutzen, weiterzugeben oder zu verkaufen, statt es in der Schublade oder gar auf dem Müll zu entsorgen, sind deshalb sicher weitere wichtige Schritte. Reparaturanleitungen und eine Einschätzung der Reparaturfähigkeit findet man z.B. auf iFixit.

Später ging es um Programme für Abfallvermeidung in Europa.
In Irland gibt es das LAPN – Local Authority Prevention Network, das lokalen Behörden dabei hilft, Abfallvermeidung zu fördern. Außerdem gab dort das Green Healthcare Program, das sehr erfolgreich darin war, dem Vorurteil „Abfallvermeidung ist Luxus“ den Wind aus den Segeln zu nehmen. Aus Schweden wurde die Lava Livet Aktion erwähnt. Ein Redner aus Dänemark sprach über die Circular Economy dort und die Frage, inwiefern der Staat sie mit National Waste Strategies gefödert hat. 90% des Abfalls aus der Bauwirtschaft wird in Dänemark zum Straßenbau wiederverwendet. Angesichts der Tatsache, dass die Betonproduktion enorm viel CO2 ausstößt und der hochwertige Sand für den Bau bald knapp wird, ist das eine echte Herausforderung (ähnlich wie in Deutschland). Und schließlich wurde über eine OECD Studie zu Abfallvermeidungs-Projekten berichtet, die festgestellt hat, dass von 108 Maßnahmen 77% Informationsmaßnahmen waren.

  • Im letzten Teil der Veranstaltung wurden einige handfeste Abfallvermeidungs-Projekte vorgestellt.
    Stilbruch (Hamburg) repariert und verkauft alte, gespendete Möbel, die sonst im Sperrmüll landen würden.
  • – die 51 Re-Use Center (Flanders/ Belgien) bieten 130 Shops, durch die etwa 70% der Resourcen recycelt oder kompostiert werden können. Die Center gibt es seit 20 Jahren und wurden staatlich gefördert. 53% der 30.950t Goods sind leider nicht weiterverkaufbar (www.ovam.be)
  • – einige interessante Projektgewinner vom Bundespreis Eco-Design.

Bei TT Pankow kennen wir dazu natürlich auch schon einige, wie z.B. unsere Freunde bei KunstStoffe, MaterialMafia, dem upcycling fashion netzwerk oder Re-Use-Computer.

Bericht von Clemens

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s