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Geld – regiert unsere Welt?

21. Januar 2014
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Transition Town Pankow ist bewußt eine Initiative, die ohne Budget arbeitet. Ohne Fixkosten, ohne Gehälter, ohne Projektfinanzierung, ohne Mitgliedsbeiträge. Alles ist ehrenamtlich, recycelt, selbst gemacht, direkt gespendet oder trägt sich selbst. So können wir sicher stellen, dass unser Netzwerk unabhängig bleibt von Geldgebern und nicht darauf angewiesen ist, dass wir große Mitgliederzahlen halten. So können Menschen mit geringem Aufwand und Risiko tun, was sie gerne tun möchten, um unserem Ziel etwas näher zu kommen.

Das dumme ist nur: Wir leben in einer Welt, in der es ohne Geld nicht geht. Kaum ein Vermieter wird sich die Wohnung mit gemeinsam gepresstem Apfelsaft bezahlen lassen, und erst recht keine Krankenkasse mit selbstgestrickten Strümpfen. So ist es zwar eine Zeitlang möglich, die eigenen Bedüfrnisse zu überdenken und mit weniger glücklich zu sein. Man kann viel Geld sparen durch Selbermachen, Tauschen, Weiterverwenden und Reparieren. Aber irgendwann sind die Reserven alle und es entsteht der Druck, für die eigene Arbeit Geld zu verlangen.Manche geben dem nach und verlangen Geld für ihre Auftritte bei Vorträgen oder bei Seminaren. Das ist legitim, führt aber auch dazu, dass unsere Wandel-Aktivitäten doch wieder mit Geldwert gemessen werden. Eine heikle Sache. Andere teilen sich, ein Brot-Job, an dem einem nicht viel liegt, und das ‚wahre‘ Leben. Wieder andere versuchen, einen Weg zu finden, wie sie Geldverdienen und ethisches Leben verbinden können. Manchen gelingt das, vielen aber nicht. Denn Geld funktioniert dadurch, das Menschen Schulden machen (investieren). Schulden müssen abbezahlt werden, Zinsen werden fällig, es ensteht Termindruck, man muss mehr arbeiten… und irgendwann geht etwas dabei verloren; die Freude, die Leichtigkeit, das Vertrauen, die heren Ansprüche. Statt dessen Stress, Streit, ökonomisches Denken. Was können wir uns leisten, was lohnt sich finanziell, wie können wir effizienter werden und in weniger Zeit mehr tun?

Und so stossen auch in der Transition-Bewegung unsere Träume und Ideen immer wieder an diese Hürde: wer Zeit hat, hat kein Geld – und wer Geld hat, hat keine Zeit. Vor allem das Letztere führt dazu, dass vieles gewollt wird, aber nicht stattfinden kann. So geht es zur Zeit auch dieser Netzwerk-Webseite. Zwei Jahre lang ging es gut, dass sich Menschen die Zeit genommen haben, sie aufzubauen und zu pflegen. Dann kam der Geldmangel, dann die Erwerbsarbeit, und nun fehlt die Zeit.

Viele Tolle Dinge sind im Januar passiert, die es nicht in unseren Terminkalender geschafft haben. Viele Kontakte konnten nicht gepflegt werden, Anfragen nicht beantwortet und Einladungen nicht angenommen werden. Die Projekte laufen weiter, aber die Vernetzung und Verbreitung von Aktivitäten kommt zu kurz. Die einzige Lösung dafür: Resilienz duch Redundanz. Das bedeutet: Widerstandsfähigkeit durch Vielfalt. Wenn eine Person keine Zeit hat, dann braucht es mehrere andere, die sie ersetzen können. Irgendwer wird dann schon die Zeit finden. Wenn es sich denn um etwas handelt, das genügend Menschen wichtig finden. Und wenn nicht, dann passiert es eben nicht. Aber auch das ist Transition: sich nicht zu verausgaben in unnötigen Kämpfen, bis der Frust dann siegt. Es hat (meist) Spaß gemacht, diese Seite zu pflegen. Vielleicht ist es Zeit, dass etwas anderes entsteht. Ich bin gespannt, was kommt…

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